Das Ende der Störerhaftung?

Schafft der Bundestag die Störerhaftung ab? Wenn es gut läuft, wird passieren, was Freifunker seit Jahren fordern: Menschen, die öffentliche WLAN-Hotspots betreiben, bekommen Rechtssicherheit. Sie werden nicht befürchten müssen, abgemahnt zu werden, weil irgendjemand anderes über ihren Hotspot Urheberrechte verletzt hat. Wir wissen nicht, ob der Bundestag ein Gesetz verabschieden wird, das dieses Versprechen einlöst. Bislang ist völlig unklar, auf welchen Gesetzestext sich Union und SPD nun eigentlich geeinigt haben.

Leider kommt es auf die Details solcher Texte an. Wenn am Ende drin steht, was jetzt bei SPIEGELOnline drüber steht, ist alles gut. Allerdings steht in Gesetzentwürfen etwas anderes drin als drüber. Das Bundeswirtschaftsministerium sah zum Beispiel „Mehr Rechtssicherheit bei WLAN“ in einem Entwurf, der tatsächlich neue Rechtsunsicherheit für Freifunker bedeutet hätte.

Praktischerweise muss der Bundestag gar keinen neuen Text schreiben. Er hat gerade eine ganz konkrete Vorlage auf dem serviert bekommen und kann einfach Änderungen akzeptieren, die der Bundesrat empfiehlt. Zum Beispiel den Ausschluss der Haftung nach § 8 TMG auch für Unterlassungsansprüche. Experten wie die Richter Reto Mantz und Ulf Buermeyer befürworten diese Änderungen.

Wenn der Bundestag das beschließt, können wir jubeln. Bis dahin: Show,don’t tell!

13.05.2016 / Philip Berndroth

Firmware-Update - Umstellung auf L2TP

In den letzten Tagen haben die fleißigen Admins vom Freifunk Niersufer ein Firmwareupdate veröffentlicht, welches innerhalb weniger Stunden von allen Freifunk Routern heruntergeladen und installiert wurde,  die die standardmäßig aktivierte Auto-Update-Funktion eingeschaltet haben.

In Viersen und Nettetal haben sich auch die ersten Router automatisch upgedatet. Es gibt aber immer noch einige Router bei denen ein manuelle Update erforderlich ist. Dies versuchen wir im Laufe des April bestmöglich umzusetzen. Die ehrenamtlichen Kräfte sind aber sehr begrenzt.

Nach dem Update verwenden die Router das Layer 2 Tunneling Protocol (L2TP), um sich mit den Servern (die sogenannten Supernodes) zu verbinden. Der Einsatz von L2TP entlastet sowohl die Router selber als auch die Supernodes und führt dazu, dass die zur Verfügung stehende Bandbreite effektiver genutzt wird.

Im Gegensatz zu „fastd“ findet bei L2TP keine Verschlüsselung der Daten zwischen Freifunk-Router und Freifunk-Server mehr statt. Da dies nur einen sehr kleinen Teil des gesamten Weges einer Verbindung ausmacht, spielt der Wegfall der Verschlüsselung an dieser Stelle für die Sicherheit der Nutzer keine Rolle.

Sollten in der Zwischenzeit Probleme beim Betrieb einzelner Router auftreten, so bitten wir um kurze Nachricht. Wir werden uns bestmöglich kümmern.

Freifunk jetzt auch in Viersen

Seit einigen Wochen gibt es auch in Viersen, Dülken und Süchteln Freifunk-Knoten über die man als Gast oder Besucher passwort-, kosten- und barrierefrei ins Internet gelangt. Natürlich sind diese ersten Knoten nur ein erster Schritt in die richtige Richtung und hin zum weiteren Ausbau des Freifunk-Netzwerks.

Aktuell versuchen wir Kontakt zum Einzelhandel, zur Stadtverwaltung und der Gastronomie aufzunehmen. Aber vor allem den privaten Kontakten gilt unser Augenmerk. Denn wir wollen möglichst viele Mitstreiter gewinnen, die Spaß am Freifunk haben, die uns mit Ihren Kenntnissen im Bereich PC, Netzwerke und Administration unterstützen können und möchten.

Darum versuchen wir in Viersen, Mönchengladbach und Krefeld regelmässig Freifunk-Stammische abzuhalten, damit es einen Anlaufpunkt für Kontakte und Fragen gibt. Jeder ist herzlich dazu eingeladen einmal eine solche Veranstaltung zu besuchen.